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Wenn Geld Sie nicht glücklich macht, geben Sie es vermutlich nicht richtig aus!

von Dr. Nikolaus Braun

Sehr geehrte Damen und Herren,

am 19. März ist mein drittes Finanzbuch „Endlich gut mit Geld” erschienen, ein Zwölf-Wochen-Kurs zum selbstbestimmten Umgang mit Geld. Heute gebe ich Ihnen einen Einblick in eine leicht gekürzte Version eines meiner Lieblingskapitel aus Woche 11: Es erklärt Ihnen, wie kluge Konsumausgaben Ihnen dabei helfen, glücklicher zu werden.

Für eine kleine musikalische Inspiration können Sie in unsere Playlist zum Buch reinhören. Ich freue mich, wenn Sie mir Ihre Anregungen und Gedanken zum Buchkapitel und zur Playlist an gutmitgeld@neunundvierzig.com schicken.

Endlich gut mit Geld: Ausgeben

Bei Konsumausgaben, die über die unmittelbaren Bedürfnisse hinausgehen, beginnt automatisch immer ein Abwägen: Was will ich mir gönnen und was nicht? Erstaunlich, dass viele Menschen beim Geldausgeben ausgesprochen unreflektiert sind. Geld ist eine der wesentlichen Ressourcen, mit denen wir unser Leben gestalten können: Sollten wir uns dann nicht gefälligst ein bisschen mehr Mühe geben? Wenn Sie so wollen, ist kluges Geldausgeben die Königsdisziplin dabei, Ihren Umgang mit Geld in Einklang mit Ihren Werten zu bringen. Es ist die in Praxis umgesetzte Antwort auf die Frage: „Warum ist Geld wichtig für mich?“

In Woche 5 über die Schulden haben Sie schon gelernt, wie Sie sich vor spontanen Belohnungs- und Frustkäufen schützen können. Sie erinnern sich an die 72-Stunden-Abkühl-Liste? Aber auch jenseits von Impulskäufen ist der Kauf hochwertiger Konsumgüter oft eine Falle. Es ist keine langfristig erfolgversprechende Strategie, Ihr eigenes Ego über den Erwerb, Besitz und Zurschaustellung von Markenprodukten zu definieren, weil Sie sich dabei immer in einem nicht zu gewinnenden Wettbewerb befinden: Was, wenn früher oder später all Ihre Freunde die gleiche heiß ersehnte Louis-Vuitton-Handtasche haben? Oder schlimmer: Wenn Ihre Nachbarin fast das gleiche Auto fährt, nur leider neuer, stärker motorisiert und besser ausgestattet …

Das berühmte Spiel auf manchen Klassentreffen – Mein Haus, mein Auto, mein Boot – ist also ein Loserʼs Game für Loser. Pfui – soziales Vergleichen! Diese Technik, um sich finanziell und seelisch unglücklich zu machen, haben Sie doch schon in der ersten Woche des Kurses für sich abgewählt.

Wenn Sie doch Geld in Luxusgüter verwandeln, sollten Sie darauf achten, dass Sie an anderen Stellen nicht Ihren finanziellen Spielraum einbüßen, und sich auf die wenigen Dinge konzentrieren, die für Sie wirklich bedeutungsvoll sind. Klug ist es dabei, solche Güter zu erwerben, die möglichst wenig vergleichbar sind: etwa Kunst.

Da Vermögen die Fähigkeit ist, etwas zu tun, und weniger der Zustand, etwas zu haben, liegt es nahe, eher in (gemeinsame) Erlebnisse zu investieren als in Dinge. Wenn ich diese These vertrete, dann höre ich insbesondere von Leuten aus der Finanzbranche sinngemäß: „Ein Urlaub mit drei Kindern in Italien kostet mich mindestens 6.000,- € und ist nach zwei Wochen vorbei. Wenn ich auf die Ferien verzichte, kann ich mir nach sieben Jahren einen X5 als Jahreswagen statt einen gebrauchten VW kaufen. Da freue ich mich dann zehn Jahre drüber – jeden Tag!“ Falsch. Völlig falsch. Die Daten sind eindeutig: Der Kauf eines Luxusautos trägt nur wenig zu einer dauerhaft gesteigerten Lebenszufriedenheit bei. Sie erinnern sich: Es ist derselbe Gewöhnungseffekt wie nach einer Gehaltserhöhung oder nach dem Erwerb eines Eigenheims. Auch unter Statusgesichtspunkten wirkt diese Ausgabe eher kontraproduktiv: Wen genau wollen Sie damit beeindrucken? 2021 lag der Medianpreis eines Autos unter Multimillionären weltweit bei gerade mal bei 46.000.- US-Dollar. In den USA kauften Millionäre am häufigsten die Marken Ford, Honda und Toyota. Weist ein Luxusauto also nicht eher auf das Gegenteil von Wohlstand hin – ganz nach dem Motto: „Big hat – no cattle?“ (Benjamin Felix, 2022.)

Im Gegensatz dazu: Sieben Jahre lang jährlich vierzehn Tage mit Freunden und Kindern am Strand, abends beim Grillen, gute Gespräche, kleine Dramen, Ausflüge, Kultur und Sonne … Das nehmen Sie Ihr Leben lang in Ihrem Herzen mit und freuen sich am Ende des Urlaubs vermutlich schon aufs nächste Mal. Und nicht nur Sie: auch die Menschen, die Ihnen am Herzen liegen. Da es am Ende nicht Statussymbole, sondern bedeutungsvolle Beziehungen sind, die uns glücklicher machen, ist die Investition in Erinnerungen statt Güter auch keine irrationale emotionale Entscheidung, sondern sehr rational. Ich zumindest hoffe, unsere Kinder werden uns nachsehen, dass wir verglichen mit den Eltern ihrer Freunde immer das schäbigste Auto hatten, aber immer am meisten Ferien gemacht haben.

Das Umtauschen von Geld in Erinnerungen muss nicht nur konsumgetrieben sein. So lässt sich Geld in Kultur oder Bildung konvertieren und damit auch in die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit: Theaterbesuche, Opernausflüge, Kulturreisen. Ich kenne Menschen, die mit über fünfzig angefangen haben, eine Sprache zu lernen, Gold zu schmieden oder eine Hobby-Imkerei zu starten. Das funktioniert nicht nur für Sie selbst, sondern auch für die Menschen, die Sie lieben und für die Sie (finanzielle) Verantwortung tragen. Ein Jahr Schüleraustausch oder ein Studium in einem anderen Land, ein berufsbegleitendes Aufbaustudium – das alles kann erst mal viel Geld verschlingen. Aber Sie können damit Ihr eigenes Leben immens bereichern: nicht nur durch bessere Karrierechancen, sondern, weil Sie Ihren Denkhorizont deutlich ausweiten. Und noch eine „Konsumausgabe“ gibt es, die nachweislich glücklich macht: Geld verschenken oder spenden. Probieren Sie es aus.

Herzliche Grüße
Nikolaus Braun

P.S.: Ein paar weitere Einblicke in Endlich gut mit Geld:

  • Bereits vor einigen Wochen habe ich auf unserem Blog den Eichhörnchentag vorgestellt, der aus dem Buch stammt: Eine Checkliste für den wichtigsten Tag im Jahr für Ihre Finanzen.
  • Verbunden mit der Playlist habe ich einen Blogbeitrag geschrieben, der darüber nachdenkt, was es heißt, dass wir über Geld hervorragend singen können, auch wenn es uns so schwerfällt, darüber zu reden.
  • Im Gespräch mit Thomas Beutler gehe ich quer durch die wichtigsten Themen des Buches, von Anlagefehlern über lustvollen Konsum bis zur Frage nach einer erfüllenden Arbeit.

25/04/2026

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