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Meine Zukunft ist analog

von Dr. Nikolaus Braun

Sehr geehrte Damen und Herren,

digital. Digital! Wenn ein Schlagwort die Diskussion über unsere Zukunft beherrscht, ist es „digital“. Digital: Lässt das Blut in den Adern derjenigen gefrieren, die nicht nur Massenarbeitslosigkeit und Verelendung vor sich sehen, sondern die gesamte Menschheit überflüssig werden lassen. Digital verspricht anderen maßlose Steigerungen an Effizienz, Produktivität und Wohlstand. Mit „digital“ lockt man den Risiko-Investoren die dreistelligen Millionenbeträge aus der Tasche.

Allein im Finanzbereich waren das 2019 in Deutschland: 100 Mio. € für Weltsparen, 110 Mio. € für Wefox und 260 Mio. € für N26 ‒ mit erstaunlich Cashburn-Raten und höchst ungewissem Ausgang. Für die digitale Vermögensverwaltung gilt im Moment zwar, dass die Anbieter mit den höchsten Volumina und dem besten Marketing enttäuschende Ergebnisse liefern, während Plattformen mit vertretbaren Investmentlösungen kaum Budget für nötige Investitionen haben. Aber das findet sich schon früher oder später.

Die wirklich spannenden Fragen zum Vermögen wird eine Maschine zwar stellen, aber nicht verstehen können. Warum ist Geld wichtig für mich? Für wen trage ich Verantwortung? Was für ein Leben möchte ich führen? Bin ich dabei (finanziell) auf dem richtigen Weg? Soll ich meine Strategie ändern, oder mache ich gerade Unsinn?

Ein gelungenes Leben kreist um gelungene menschliche Beziehungen, darum, im Einklang mit seinen Werten zu sein. Auch Geld kann – klug verwendet – dabei helfen. Denn es bietet die Freiheit und Unabhängigkeit, selbstbestimmt zu handeln. Menschen möchten am Ende auf ein reiches Leben zurückblicken, sie möchten nicht möglichst noch ein bisschen reicher sterben.

Wenn ich an mein Jahr 2030 denke, sind die entscheidenden Dinge in meinem Leben analog. Ich bin mit meinem Steuerberater per Du, meine Zahnärztin kenne ich seit 25 Jahren, und ich weiß, sie könnte nachts nicht schlafen, wenn sie nicht gründlich genug gearbeitet hätte. Stefan Heringer und ich haben zwei oder drei Mitarbeiter und lieber 120 als 150 Mandanten. Wenn ich nach Sizilien fliege, freue ich mich, wenn ich dank Digitalisierung vielleicht nicht mehr zwei Stunden an der Autovermietung warten muss. Aber aufgeregt bin ich, weil mein Ältester gleich landet, mit seiner Frau und den Kindern.

Sehen Sie das auch so? Was sind Ihre Erfahrungen? Haben Sie Diskussions- oder Gesprächsbedarf? Schreiben Sie mir gerne unter 49@neunundvierzig.com.

Liebe Grüße aus Sizilien

Nikolaus Braun

07/07/2019

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