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Ein Hoch auf die EZB!

von Stefan Heringer

Sehr geehrte Damen und Herren,

vor ein paar Wochen hat sich eine Schulfreundin und frühere Nachbarin von mir gemeldet. Wir kennen uns schon seit Kindheitstagen, treffen uns aber nur relativ selten bei Heimatbesuchen, wenn wir zufällig gleichzeitig dort sind.

Sie weiß natürlich, was ich beruflich mache, war aber ‒ vorsichtig formuliert ‒ immer sehr zurückhaltend, mich nach etwas zu fragen oder um Unterstützung in finanziellen Angelegenheiten zu bitten. Und jetzt kam sie tatsächlich aktiv auf mich zu und wollte sich beraten lassen, was sie mit ihrem Ersparten anfangen könne …

Und sie ist nicht die Einzige aus meinem privaten Umfeld. Menschen, für die bis vor Kurzem galt: Ich bin Banker, Vermögensverwalter – das ist partout schon mal verwerflich, weil böse. Der Kapitalmarkt ist reine Zockerei, irgendwas zwischen Casino und Sportwetten, und unser Wirtschaftssystem ist ohnehin asozial und kurz vor dem Exodus.

Und auf einmal haben sie alle Druck, immensen Anlagedruck, weil sie für ihr Erspartes schlicht nichts mehr bekommen oder sogar dieses ‒ ein wunderbar euphemistisches Wort ‒‚Verwahrentgelt‘ an die Bank zahlen müssen. Und dann sind da noch die Meldungen über steigende Inflation, und der Druck steigt noch mehr …

Jetzt könnte man natürlich einwerfen, dass es nie anders war. Man hat mit risikolosen Anlagen nach Steuern und Inflation auch in den letzten Jahrzehnten nichts verdient –siehe: unseren Blog Negativzinsen!- aber geschenkt. Viel wichtiger ist aber, dass sich ENDLICH immer weitere Teile der Bevölkerung mit dem Kapitalmarkt befassen (müssen). Es gibt keine Ausreden mehr. Man kann sich sein bisheriges Sparverhalten beim besten Willen nicht mehr schönrechnen.

Und dabei verlieren viele ihre Scheu und merken, dass der Kapitalmarkt eben kein Nullsummenspiel ist, sondern dass ein Investor langfristig trotz (bzw. wegen) aller Schwankungen finanziell an einer Investition in Aktien partizipieren muss. Dass unser marktwirtschaftliches System und ein funktionierender Kapitalmarkt die Basis für unseren Wohlstand sind und dass es nichts Verwerfliches ist, sich daran zu beteiligen – im Gegenteil! Es ist schlicht eine Notwendigkeit, wenn ich Verantwortung für meine finanzielle Zukunft übernehmen möchte ‒ nicht erst, seit es Verwahrentgelte gibt.

Es wird sich zeigen, ob diese Entwicklung nachhaltig ist, aber ich bin sehr optimistisch, auch aufgrund der Gespräche mit immer mehr Freunden und Bekannten zu diesem Thema.

Insofern kann ich aus tiefster Überzeugung schreiben:

DANKE, liebe EZB – ihr habt der Aktien- und Anlagekultur in Deutschland einen riesengroßen Dienst erwiesen!

Weiter so!

Alles Liebe, Ihr

Stefan Heringer
Neunundvierzig Honorarberatung

P. S.: Ich freue mich auf Rückmeldungen unter: 49@neunundvierzig.com

13/11/2021

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