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Feueralarm: Rationales Verhalten in Stresssituationen üben

von Dr. Nikolaus Braun

Sehr geehrte Damen und Herren,

dass Menschen unter Stress keine klaren Entscheidungen fällen, ist eine Tatsache. Im präfrontalen Cortex, der für das logische Denken zuständig ist, macht sich eine Art Gewitter breit: Das Hirn schaltet auf Notfallbetrieb um und wählt zwischen Angriff, Flucht oder Totstellen. Das kann je nach Situation lebensrettend sein, wenn man das richtige Programm wählt: Ein Geisterfahrer kommt Ihnen entgegen (Flucht), eine Klapperschlange kriecht durch Ihr Wohnzimmer (Totstellen). In komplexeren Stresssituationen dagegen führt das instinktive Notprogramm fast unweigerlich ins Desaster. Darum gibt es für zahlreiche Ausnahmesituationen klar definierte Verhaltensregeln.

Ein gutes Beispiel bildet das „Mann-über-Bord“-Manöver auf einem Segelboot. Nach der Meldung „Mann über Bord“ läuft ein klar definierter Automatismus ab: Ein Besatzungsmitglied gibt per Funk die Position an die Rettungsleitstelle durch, der Nächste behält den Verunglückten im Augen und zeigt dessen Position fortlaufend an, wenn möglich markiert man die Stelle mit einer Boje, darauf leitet der Steuermann ein genau definiertes kompliziertes Wendemanöver ein, welches das Boot möglichst exakt neben dem Verunglückten zum Halten bringt, usw. Ohne das regelmäßige Üben dieses Vorgehens würden die Besatzungsmitglieder vermutlich von Emotionen und Stress übermannt durcheinanderschreien, erst den Überblick und dann auch den Verunglückten verlieren.

Eine der größten Stresssituationen für unsere Vorfahren war sicher der Verlust der eigenen Wintervorräte. Ernteausfälle oder verfaulte Vorräte konnten über Leben und Tod entschieden. Wir alle stammen von Menschen ab, die klug genug waren, vorzusorgen, denn wer keine Wintervorräte angelegt hat, ist in unseren Breiten aus dem Genpool verschwunden. Die Stresssituation „Wintervorrat in Gefahr“ sitzt entsprechend tief ‒ wobei das heutige Äquivalent für den Wintervorrat natürlich Geld und Vermögen repräsentieren.

Deshalb versagt während Krisen und Rückschlägen an den Börsen bei vielen Menschen regelmäßig der Verstand: In ihrem Unterbewusstsein läuft ein existenzbedrohender Film ab, vor dem inneren Auge springen weiße Mäuse durch die heimische Kornkammer. Entsprechend reagieren sie mit Angriff (Ihren Berater oder Ehepartner als Schuldigen identifizieren), Flucht („alles verkaufen und in Gold anlegen“) oder Totstellen (die Bankpost nicht mehr öffnen).

Was Sie als Anleger daher brauchen, ist ein Notfallplan. Diesen Plan müssen Sie vor einem Rückschlag aufgestellt haben und mit Ihrem Berater immer wieder durchgehen. Vorausgesetzt, Sie verfügen über ein sauber aufgestelltes Portfolio, haben Sie so die besten Chancen, unbeschadet die nächste Krise zu überstehen.

Hier ist unser Fünf-Punkte-Plan:

  1. Ruhe bewahren: Mit dem richtigen Portfolio ist eine Krise am Kapitalmarkt überhaupt KEIN Notfall. Es fühlt sich nur so an. Ignorieren Sie Finanzpresse, Untergangspropheten und andere Panikmacher.
  2. Hilfe verständigen: Sprechen Sie mit uns. Wir helfen Ihnen, die Übersicht zu bewahren.
  3. Sich erinnern: Rückschläge am Kapitalmarkt sind nicht prognostizierbar und unvermeidlich. Und eben, weil es das Risiko dieser Rückschläge gibt, erhalten Sie am Aktienmarkt auch eine deutlich höhere Rendite als bei anderen Anlagen.
  4. Chancen nutzen: Wenn eine weltweit gestreute Investition in Aktien generell sinnvoll ist, dann ist es rational, zu günstigeren Kursen nachzukaufen.
  5. Geduld haben: Die freie Marktwirtschaft hat zwei Weltkriege, die Weltwirtschaftskrise, den Kalten Krieg, die Internetblase und die Finanzkrise überlebt. Auch die nächste Krise wird vorübergehen …

Mit diesem Vorgehen können Sie Krisen souverän durchstehen und besitzen vielleicht sogar die innere Ruhe, Menschen in Ihrem Umfeld, die unter Panikattacken leiden, zu helfen.

20/06/2018

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