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So impfen Sie Ihre Kinder gegen die Erreger der Finanzindustrie

von Stefan Heringer

Sehr geehrte Damen und Herren,

haben Sie Kinder im Alter zwischen 18 und 30? Dann fragen Sie doch mal bei nächster Gelegenheit, was diese für einen Handyvertrag haben. Wahrscheinlich werden Sie überrascht sein, wie viele Informationen über Anbieter und Konditionen Ihre Kinder aus dem Stand parat haben: Gebühren, Datenvolumen, monatliche Freiminuten, welche Handys werden wie stark und wie oft subventioniert, welche Streamingdienste nicht auf das Datenvolumen angerechnet, etc. …

Beeindruckend, und eigentlich sollten Sie stolz sein, welchen Aufwand Ihre offenbar in Geldangelegenheiten so akribischen Kinder betreiben, um ein paar Euro zu sparen: Stundenlang wird im Netz und auf Vergleichsportalen recherchiert.

Wollen Sie noch einen zweiten Test machen? Dann fragen Sie doch mal eine Person im selben Alter, was sie zum Thema Vermögensaufbau oder Altersvorsorge bereits unternommen hat. Die die drei häufigsten Reaktionen – und das habe ich Dutzende Mal im eigenen Freundeskreis erlebt:

  1. Betretenes Schweigen und peinliche Stille.
  2. „Ich bin noch viel zu jung, um mich mit dem Thema zu befassen!“
  3. „Ja, ich habe da mal was bei der Hausbank (oder einem Bekannten meiner Eltern) gemacht, irgendeinen Sparplan über Summe X, aber was genau, kann ich dir nicht sagen!“

Bis auf ganz, ganz wenige Ausnahmen teilt sich das Feld in zwei Gruppen: die, die gar nichts wissen oder gemacht haben (passives Nichtwissen, die bessere Variante), und die, die völligen Unsinn glauben und auch oft gemacht haben (aktives Nichtwissen, die teurere Variante).

Ich antworte dann gern: Ihr setzt genau die richtigen Prioritäten! Ich kann ehrlich nicht nachvollziehen, dass man sich auf der Suche nach dem geeigneten Handyvertrag bei drei verschiedenen Anbietern Angebote einholt, um ganze 4,75 € im Monat zu sparen. Und beim Thema Finanzen? Da rennt man zum nächstbesten Finanzberater und entscheidet sich spontan und völlig ahnungslos, eine größere Summe oder auch Hunderte von Euro monatlich in irgendein Produkt zu investieren, das man nicht versteht, dessen Kostenstruktur man nicht annähernd kennt und dessen Chancen und Risiken man nicht im Geringsten einordnen kann.

Bei der finanziellen Weichenstellung für das eigene Leben kann man mehr falsch machen als richtig, etwa durch nicht rationale Risiken viel Geld verlieren, in den falschen Produkten langfristig keine Rendite über der Inflation erzielen, etc.

Dazu kommt, dass bei Finanzprodukten – wie beim Handyvertrag – das Gegenüber Ihrer Kinder ein Verkäufer ist, kein unabhängiger Berater. Eine Versicherung über 200,- € im Monat an einen Menschen verkauft, der heute 23 ist, ist mit ca. 5.000,- € Provisionsertrag ein großartiges Geschäft. Allerdings nicht für Ihre Tochter oder Ihren Sohn. Glauben Sie, es geschieht aus philanthropischem Engagement, wenn MLP an Universitäten Repetitorien sponsert, Foyers renoviert oder gerüchteweise sogar bei ausgefallenen Vorlesungen Ersatz stellt?

Dagegen hilft nur eins: eine gründliche Impfkampagne gegen die Erreger der Finanzindustrie. In den Worten eines unserer Mandanten: „Es wäre schön, wenn unsere Kinder nicht die gleiche blutige Lernkurve in Finanzangelegenheiten hinlegen würden wie wir.“

Die Neunundvierzig hilft dabei gerne mit. Am Ende ist das Thema in seinen Grundzügen nicht unglaublich komplex. Es geht erst mal um Fehlervermeidung, z. B. keine unsinnigen Produkte wie Lebensversicherungen oder aktive Investmentfonds kaufen. Im zweiten Schritt muss man sich dann auf die wenigen wesentlichen Punkte fokussieren: Unabhängigkeit des Beraters, transparente Produkte, einfache Strukturen, niedrige Kosten.

Wir bieten hierzu für die Kinder und Enkel unserer Mandanten in regelmäßigen Abständen Workshops an, auf denen wir ein solides Basiswissen in finanziellen Dingen vermitteln. Damit man bei der finanziellen Lebensplanung mit wenig Aufwand in Zukunft die richtigen Prioritäten setzen kann. Sie können sich (bzw. Ihre Kinder) dafür gerne vormerken lassen.

Da lohnt es sich doch, etwas Zeit dafür zu verwenden. Auf jeden Fall deutlich mehr als bei ein paar Euro monatlicher Ersparnis bei sonstigen Verträgen wie Handy oder Strom.

Liebe Grüße

Stefan Heringer

Rückfragen, Kritik oder Anmerkungen schicken Sie gerne an 49@neunundvierzig.com

20/10/2018

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